Am 18.11.2025 rückten die beauftragten "Grünpfleger" an, um den Knöterich auf dem Wall am Heimatgrün zu bekämpfen. Dass die Bekämpfung von Knöterich eher sinnfrei ist, wenn die Vegetationsperiode abgeschlossen ist und nur das eh absterbende Oberflächenmaterial entfernt wird, geschenkt. Dass dabei nicht nur große Sanddornbestände abgefräst werden sondern auch Bäume gefällt werden ist irritierend. 

Die Beauftragte der Naturschutzbehörde sagte: "Im Sinne des Vermeidungsgrundsatzes nach § 13 BNatschG sind jedoch Schnitt- und Rodungsmaßnahmen als Beeinträchtigungen von Natur und Landschaft zu vermeiden."

Alle Tiere, die im dichten Buschwerk Winterruhe halten wollten, sind damit beeinträchtigt. Die Futterangebote des Sanddorns fallen ebenfalls weg. Die Verwüstungen auf der Fläche sind völlig unnötig. Und der Knöterich wird dadurch auch nicht bekämpft sondern nur rein kosmetisch entfernt. Im Gegenteil - wenn die Geräte nach dem Einsatz nicht gereinigt werden und der Schnitt nicht gesondert entsorgt wird, verbreitet man die invasive Pflanze über die ganze Stadt.

Am ärgerlichsten ist dann, wenn auf die Beschwerde hin behauptet wird, dass diese Maßnahmen "jedes Jahr durchgeführt werden" wenn nachweislich niemals in den letzten 20 Jahren im Innenraum der Wälle geschnitten wurde. Und als Krönung gibt es dann Fotos, welche ausschließlich die Knöterichfläche zeigen, nicht aber die restlichen Verwüstungen - frei nach dem Motto: "Ich weiß gar nicht, was ihr habt."

Die gefällten Bäume hatten einen Umfang von bis zu 63 cm. Wenn die Arbeiten jedes Jahr durchgeführt werden, dann ist dieser Wuchs wahrhaftig erstaunlich! 

Abgescherte Bäume. Die Stumpen wurden nicht entfernt. Spitze Abschnitte können sich in die Sohlen von Fußgängern bohren und stellen eine akute Stolpergefahr dar.

Ohne Rücksicht auf Bestandsbäume wurden mit dem Gerät Äste und Rinde abgerissen, welche die Überlebenschancen des Bestands beeinträchtigen

Durch das Gerät wurde der Boden freigelegt und verdichtet, die Mähgeräte sind so tief eingestellt, dass sie das Gras bis auf die Krume abfräsen.

Bäume abseits von designierten Fußwegen und Straßen wurden "verkehrssicher" beschnitten.

Statt einer angemessenen Entsorgung wurden die Baumreste und der abgeschnittene Knöterich einfach in die Büsche geschoben.

Der Sanddorn wurde großflächig mit Mähgerät entfernt, übrig bleiben Stümpfe und ein einsamer Sanddorn auf der Wallkrone.

Ganz ehrlich - wenn das in einem privaten Garten passiert wäre, dann hätte man diese Arbeit so nicht angenommen, denn das hat mit "Grünpflege" nichts zu tun.

Hier ein paar Vorher-Nachher-Bilder, links der Stand 2019, rechts von November 2025. Nicht nur kann man sehen, dass bislang keine Pflege stattgefunden hat, sondern auch, dass die Verwüstungen völlig unnötig waren.

Wir beanstanden nicht nur diesen Eingriff selbst, sondern auch die Ausführung. Es ist ein Problem, dass Arbeiten dieser Art an den Anbieter mit dem "besten" Angebot verteilt wird, damit wird aber nicht die beste Arbeit abgeliefert. Nicht umsonst heißt es "wer billig kauft, zahlt zweimal". Alternativen wie zum Beispiel Patenschaften zu diesem System werden leider nicht verfolgt, damit werden wir wahrscheinlich weiterhin kaputt-gepflegte Grünanlagen haben.

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